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25.01.2013, 10:14 Uhr | Rainer Hajek
Wohn- und Lebensformen generationenübergreifend planen
Eigenständigkeit im Alter bewahren
So lange wie möglich selbstständig zu bleiben und in der vertrauten Umgebung wohnen zu können – das wünschen sich neun von zehn Senioren für das Alter.
So lange wie möglich selbstständig zu bleiben und in der vertrauten Umgebung wohnen zu können – das wünschen sich neun von zehn Senioren für das Alter.
 
Für diesen Fall gibt es viele Möglichkeiten, die älteren Menschen das Wohnen angenehmer machen können. Kleine Hilfsmittel wie ein Handlauf, versetzte Fenstergriffe oder eine angepasste Stufe, um leichter auf den Balkon zu gelangen, können den Alltag angenehmer gestalten. Im Bad erhöht eine abgesenkte, bodengleiche Dusche den Komfort. Es kann sich lohnen, schon in jüngeren Jahren altersgerechte Umbaumaßnahmen vorzunehmen.
 
Wir brauchen eine Vielzahl von Wohn- und Lebensformen, wir müssen sie generationenübergreifend planen und ältere Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben lassen. Altenheime am Rande der Stadt können nicht mehr die alleinige Antwort sein.
 
Als Wohnform bietet sich auch ein Mehrgenerationen-Wohnhaus an.
 
Mehr Lebensqualität durch mehr Miteinander.
 
Je mehr Sinn man in seinem täglichen Tun erkennen kann, desto zufriedener und ausgefüllter wird man als Mensch sein. Gerade in einer immer kälter werdenden sozialen Welt kommt dem Gemeinschaftsleben eine entscheidende Rolle zu. Diese einfache Erkenntnis liegt dem Konzept für das Mehrgenerationen-Wohnhaus zugrunde.
 
Im Mehrgenerationen-Wohnhaus finden sich Menschen zu einer Gemeinschaft zusammen, in der je nach persönlichen Möglichkeiten einer für jeden da ist und jeder vom anderen profitiert – durch aktive Hilfe auf unterschiedlichste Weise: durch ein offenes Ohr für die Probleme des anderen, durch gemeinsame Aktivitäten, durch Engagement und den Willen zu einem harmonischem Miteinander. Die Idee richtet sich schwerpunktmäßig an Alleinerziehende, Menschen ab 60 sowie junge Erwachsene. Wichtig vor allem ist, dass die Bewohner einem dynamischen Miteinander der Generationen unter einem Dach positiv gegenüberstehen und eine aktive Gestaltung des Miteinanders als Bereicherung ihres Lebens ansehen.
 
Es ist wichtig zu wissen, dass im Mehrgenerationen-Wohnhaus alles auf völlig freiwilliger Basis geschieht: Da hilft der pensionierte Lehrer Kindern bei Fragen und Problemen aus dem Schulbereich, da betreut eine ältere Dame halbtags das Kind einer Alleinerziehenden, da löst ein junge Bewohner Computerprobleme eines technisch nicht so Begabten, da wird gemeinsam musiziert, da kommt es zu gemeinsamen Gartengestaltung – die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Bei der Auswahl neuer Mieter werden die Mieter beteiligt, damit eine harmonische und lebendige Gemeinschaft entsteht.
 
Eine weitere Möglichkeit für Wohn- und Lebensformen sind die sogenannten Wohnquartiere, über die es allerdings noch keine Langzeiterfahrungen gibt. Kernpunkt ist der Ansatz, dass eine planvolle Entwicklung der Quartiere altersgerecht sein muss. Dabei ist zu berücksichtigen, dass künftig mehr Ältere in den Quartieren leben werden; deshalb müssen auch die Nutzungsmöglichkeiten in den Wohnquartieren erweitert werden.
 
Altersgerechte Quartiere sind an der Lebensqualität aller Bewohner orientiert. Damit sind sie nicht nur altengerecht, sondern bieten gute Lösungen auch für Familien mit Kindern und Menschen mit Behinderungen.
 
Wohn- und Lebensformen dieser Art tragen dazu bei, ältere Menschen vor der Vereinsamung zu bewahren.
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